
Yoshizumi Nagaya
„Yoshi“ nennen ihn alle, in Düsseldorf und weit darüber hinaus, und so nennt er sich auch selbst. Ich bin seit über zehn Jahren regelmäßig bei ihm zu Gast, und trotzdem wird jeder Besuch zu etwas Besonderem. Gelernt hat Yoshizumi Nagaya in Japan bei zwei Meistern aus zwei Welten: bei Toshiro Kandagawa in Osaka, dem Großmeister der traditionellen Küche, und bei Takada Hassho in Gifu, dem Star der innovativen Kochkunst. 2000 kam er nach Deutschland und kochte zuerst im legendären Edo in Düsseldorf, danach im Nobu in Mailand und kurz im Kyoto in Dortmund. 2003 eröffnete er mit seiner Frau Jun das erste Nagaya an der Bilker Straße, 2009 zog es an die Klosterstraße ins Japan-Viertel. Seine Handschrift verbindet traditionell japanischen Purismus mit europäischer Hochküche. 2010 bekam das Nagaya dafür einen Michelin-Stern, als erstes Restaurant eines japanischen Kochs in Deutschland. Ein paar hundert Meter weiter, im Yoshi by Nagaya, kocht er klassisch japanisch, und auch das Haus trägt einen Stern. Seine Bühne ist der Pass, seine Sprache die Präzision. Am Tresen schaue ich ihm am liebsten zu, wenn er den Reis grammgenau abwiegt und mit wenigen Handgriffen ein Nigiri daraus macht. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat ihn 2021 zum Koch des Jahres in der Länderküche gekürt, Gusto zählte ihn 2022 zu den Top 10 „State of the Art“. Und seit fast 23 Jahren gilt: Bei Yoshi wird es nie laut, aber immer groß.
Sieben Ausgaben, sieben Geschichten.
Stationen über die Jahre.
- seit 2003 Nagaya
Küchenchef · Düsseldorf
- Yoshi by Nagaya
Küchenchef · Düsseldorf
